Gesobau kündigt Baumfällungen an – trotz Fällstopp-Verfügung des Umweltamts Pankow

24. Januar 2026 8:54

Das Umwelt- und Naturschutzamt Pankow hat die Gesobau AG per Verfügung unmissverständlich gestoppt – dennoch kündigt das landeseigene Unternehmen öffentlich Baumfällungen im Grünen Kiez Pankow an und riskiert damit offenen Rechtsbruch.

Was aktuell droht

  • Laut einem Tagesspiegel-Artikel vom 21.01.2026 will die Gesobau AG „in den nächsten Tagen“ Bäume im Schlossparkkiez fällen.
  • Diese Ankündigung erfolgt, obwohl eine ausdrückliche Untersagungsverfügung des Umwelt- und Naturschutzamtes Pankow vom 15.01.2026 vorliegt.
  • Die Initiative Grüner Kiez Pankow bewertet jedes Fällen von Bäumen unter diesen Umständen als klar rechtswidrig.

Rechtslage: Fällstopp statt Freibrief

  • Das Umwelt- und Naturschutzamt Pankow hat am 12.01.2026 den früheren artenschutzrechtlichen Ausnahmebescheid vollständig zurückgenommen; Grundlage waren gravierende Rechtsfehler, die den Kern der artenschutzrechtlichen Prüfung betreffen.
  • Mit der anschließenden Verfügung vom 15.01.2026 untersagte das Amt der Vorhabenträgerin ausdrücklich jede Beseitigung von Vegetation auf der betreffenden Fläche und ordnete den Sofortvollzug an.
  • Damit reicht eine bestehende Baugenehmigung oder Baumfällgenehmigung nicht aus: Zusätzlich wäre eine neue, wirksame artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich, die derzeit gerade nicht vorliegt.

Vorwurf: Landeseigenes Unternehmen kündigt Rechtsbruch an

  • Die Initiative kritisiert, dass eine presseöffentliche Rodungsankündigung trotz eindeutiger Untersagungsverfügung faktisch die Ankündigung darstellt, geltendes Recht zu brechen.
  • Besonders brisant ist, dass es sich bei der Gesobau AG um ein landeseigenes Unternehmen handelt, das einer politischen Verantwortung gegenüber Klima- und Artenschutz verpflichtet ist.
  • Gefordert wird ein sofortiges Einschreiten des Berliner Senats als Eigentümer, um die Einhaltung der Rechtslage anzuordnen und den Fällstopp zu garantieren.

Aufruf: Bäume aktiv schützen

  • Die Initiative ruft Anwohner:innen und Unterstützer:innen auf, bei jeder auffälligen Aktivität auf der Baustelle sofort die Polizei zu rufen und die Untersagungsverfügung vorzulegen.
  • Bürger:innen werden ermutigt, Fällteams vor Ort anzusprechen, auf die Verfügung hinzuweisen und auf ein sofortiges Einstellen der Arbeiten zu drängen.
  • Ziel ist es, die über Jahre gewachsene Stadtnatur, den Spielplatz und die klima- und sozial wichtigen Freiflächen im Kiez zu erhalten und den vom Bezirk entwickelten B-Plan-Kompromiss durchzusetzen.

Politische Signalwirkung

  • Ein Durchsetzen der Untersagungsverfügung gegen ein landeseigenes Wohnungsunternehmen wäre ein wichtiges Signal, dass Artenschutz und Klimaanpassung in Berlin rechtsverbindlich sind und nicht unter Vorbehalt des Investitionsdrucks stehen.
  • Ein Ignorieren oder faktisches Unterlaufen der Verfügung hätte hingegen das Potenzial, zu einem politischen Skandal zu werden – gerade im Wahljahr wäre ein offenkundiger Rechtsbruch durch ein Landesunternehmen kaum vermittelbar.

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