Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen
Die geplante Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu wollen, ist längst mehr als ein lokaler Konflikt um ein Stadion in Prenzlauer Berg. Es geht um Gesundheitsrisiken, Artenschutz, Denkmalschutz und eine grundsätzliche Frage: Wie verantwortungsvoll geht Berlin mit Stadtentwicklung mitten im Klimawandel um.
Was im Jahnsportpark geplant ist
Mitten im dicht besiedelten Gebiet rund um Mauerpark und Gleimviertel sollen denkmalgeschützte Flutlichtmasten des ehemaligen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions per Sprengung zu Fall gebracht werden. Die Senatsverwaltung argumentiert, die Sprengung sei die wirtschaftlichste und zugleich „schonendste“ Lösung, obwohl sie direkt an Wohnhäusern, Grünflächen und beliebten Freizeitorten wie dem Mauerpark stattfinden soll.
Ursprünglich war vorgesehen, zwei der vier historischen DDR-Flutlichtmasten zu erhalten und in den Neubau zu integrieren, während zwei weitere gesprengt werden sollten. Durch Asbestfunde beim Abriss der Tribünen geriet der Zeitplan durcheinander, die Sprengung wurde verschoben und nun in ein enges Zeitfenster gedrückt, in dem zugleich Brut- und Vegetationsperiode beginnen.
Asbest, Staub und Gesundheit – Risiken werden verharmlost
Beim Rückbau des Stadions wurde schwach gebundener Asbest in Hohlräumen der 1980er-Jahre-Tribünen entdeckt. Der belastete Bauschutt lag zeitweise unweit des stark frequentierten Mauerparks, was bei Anwohnenden zu massiver Verunsicherung führte. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark kritisierte Verzögerungen beim Umgang mit dem Fund und sprach von mangelhafter Informationspolitik, bis hin zu einer Strafanzeige gegen die Senatsverwaltung.
Offiziell heißt es, begleitende Luftmessungen hätten keine Asbestfasern nachgewiesen und es bestehe keine Gesundheitsgefahr. Doch die gleiche Verwaltung will nun Sprengladungen unmittelbar neben den Flächen zünden, auf denen noch vor Kurzem belasteter Schutt und Abrissmaterial lag, und beruft sich auf technische Gutachten und ein Sicherheitskonzept, das für die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar ist.
Gerade für Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere ist feiner Staub aus Spreng- und Abrissarbeiten ein besonderes Risiko. Fachleute warnen seit Jahren davor, dass bei Sprengungen und großflächigen Abrissen Schadstoffe freigesetzt werden können, wenn die Baustelle nicht vollständig eingehaust und unter Unterdruck geführt wird. Dennoch fordern Initiativen erst mit Nachdruck eine staubdichte Einhausung der betroffenen Bereiche und eine unabhängige Überprüfung der Umgebungsluft.
Artenschutz: Spatzenkolonie, Fledermäuse und Brutzeit
Der Jahnsportpark ist nicht nur Sportfläche, sondern auch Lebensraum für Vögel und Fledermäuse. Bereits beim Abriss der Haupt- und Westtribüne ging es juristisch um die größte bekannte Sperlingskolonie der Stadt und um Fledermausquartiere, die durch Abriss und Erschütterungen zerstört zu werden drohten. Ein Gericht stoppte zeitweise Arbeiten, weil Brutstätten von Spatzen geschützt werden mussten – doch Sprengungen wurden ausdrücklich nicht grundsätzlich untersagt.
Genau diesen Spielraum nutzen die Verantwortlichen nun, um die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu verhindern und die Explosionen in ein Zeitfenster zu legen, das möglichst wenig in den engen Bauzeitplan hineinragt, aber mitten in die sensible Phase der Tierwelt fällt. Holzgerüste und Bretterwände, die als Ersatzniststätten dienen sollen, erweisen sich laut Initiativen als nicht funktional und witterungsanfällig. Aus Sicht von Bürgerinitiative Jahnsportpark und NaturFreunden Berlin reicht dies bei weitem nicht, um die Zerstörung von Lebensräumen zu kompensieren.
Denkmalschutz und Stadtbild: Verlust historischer Flutlichtmasten
Die Flutlichtmasten sind nicht irgendein Stahlgerüst, sondern Teil eines stadthistorisch bedeutenden Ensembles aus DDR-Zeiten. Sie prägen seit Jahrzehnten das Stadtbild am Prenzlauer Berg, sind von weither sichtbar und stehen symbolisch für eine Sport- und Stadtkultur, die nicht einfach weggesprengt werden sollte.
Denkmalschutz bedeutet nicht, alles zu konservieren, aber er verlangt einen sorgfältigen Umgang mit baulichen Zeugnissen der Geschichte. Dass hier trotz Alternativen wie Versetzen, Einbindung in einen Umbau oder eine behutsame Demontage der radikalste Weg – Sprengung – gewählt wird, widerspricht dem vielfach beschworenen Ziel von Umbau statt Abriss.
Warum Sprengung keine „nachhaltige“ Lösung ist
Sprengung klingt schnell, effizient und kostengünstig, doch die ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Folgekosten werden systematisch ausgeblendet. Jeder Abriss vernichtet graue Energie, also Energie, die bereits in Material, Bau und Transport gesteckt wurde, und setzt zusätzlich CO₂ frei. Im Kontext des Klimawandels sind solche Eingriffe mitten in der Stadt besonders problematisch, weil sie Feinstaubbelastung, Hitzeinseln und Versiegelung verstärken.
Das Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung mit derzeit dutzenden Initiativen in der ganzen Stadt fordert seit Jahren Umbau statt Abriss, Entsiegelung statt zusätzlicher Versiegelung und echte Bürgerbeteiligung bei solchen Großprojekten. Die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu wollen, ist darum eine logische Konsequenz aus der Forderung nach einer klimaresilienten, sozial gerechten Stadtentwicklung.
Bürgerinitiative Jahnsportpark und stadtweites Bündnis
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark begleitet das Projekt seit der Planungsphase kritisch und macht auf die Risiken für Gesundheit, Artenvielfalt und Stadtklima aufmerksam. Sie hat Strafanzeige wegen des Umgangs mit Asbest erstattet, juristische Schritte zum Artenschutz initiiert und immer wieder auf mangelnde Transparenz und fehlende Einbindung der Nachbarschaft hingewiesen.
Unterstützung erhält sie unter anderem vom Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung (BBNS), in dem derzeit rund vier Dutzend Initiativen aus ganz Berlin zusammengeschlossen sind. Gemeinsam werden Abrissprojekte, Baumfällungen, die Vernichtung von Grün- und Sozialflächen und eine autozentrierte Verkehrspolitik kritisiert, die an den Bedürfnissen der Anwohnenden vorbeigeht. Die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu wollen, fügt sich nahtlos in diesen stadtweiten Widerstand gegen kurzsichtige Baupolitik ein.
Rechtliche Grauzonen und politische Verantwortung
Die Auseinandersetzungen um Abriss, Asbest und Artenschutz im Jahnsportpark machen sichtbar, wie stark rechtliche Grauzonen von der Politik genutzt werden. Gerichte können Auflagen zum Schutz einzelner Arten erlassen, lassen Sprengungen aber dennoch in bestimmten Zeitfenstern zu, solange formale Mindeststandards eingehalten werden. Statt auf Vorsorgeprinzip und Transparenz zu setzen, wird das Risiko formaljuristisch minimiert und kommunikativ kleingeredet.
Gleichzeitig fehlen konsequente gesetzliche Vorgaben, die Umbau statt Abriss verbindlich machen würden und den Schutz von Grün- und Sozialflächen über kurzfristige Renditeinteressen stellen. Solange Senat und Bezirke Großprojekte primär unter Kosten- und Zeitdruck planen, werden Alternativen zur Sprengung kaum ernsthaft geprüft. Die Forderung, die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu müssen, richtet sich deshalb ausdrücklich auch an die Landespolitik und nicht nur an einzelne Bauverwaltungen.
Was eine verantwortliche Alternative wäre
Eine verantwortliche Stadtentwicklung im Jahnsportpark würde auf folgende Grundsätze setzen:
– Vorrang für Umbau statt Abriss, inklusive statischer Prüfung, ob Masten oder Teile der Bestandsbauten erhalten und integriert werden können.
– Vollständige Einhausung und Unterdruckführung bei allen hochstaubenden Arbeiten, unabhängige Messungen der Luftqualität und transparente Veröffentlichung der Ergebnisse.
– Verbindliche Artenschutzkonzepte, die funktionierende Ersatzlebensräume nachweisen, bevor bestehende Nist- und Quartierstrukturen zerstört werden.
– Echte Bürgerbeteiligung mit frühzeitigen, niedrigschwelligen Informations- und Entscheidungsformaten.
– Klimapolitische Bewertung, die graue Energie, CO₂-Bilanz und Stadtklima in die Entscheidung einbezieht.
In diesem Rahmen wäre eine Sprengung der Flutlichtmasten kaum als „schonendste“ Option zu begründen, sondern würde lediglich als letzter, klar begründungspflichtiger Schritt infrage kommen.
Was Bürgerinnen und Bürger jetzt tun können
Wer die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen will, hat verschiedene Handlungsmöglichkeiten:
- Kontakt zur Bürgerinitiative Jahnsportpark aufnehmen, sich informieren, Newsletter abonnieren und an Treffen teilnehmen.
- Laufende Petitionen gegen Abriss und Sprengung unterstützen und im eigenen Umfeld verbreiten.
- Abgeordnete im Abgeordnetenhaus und in den Bezirksverordnetenversammlungen anschreiben und auf Gesundheits-, Klima- und Artenschutzrisiken hinweisen.
- Öffentlichkeitsarbeit mitgestalten, etwa durch Beiträge in sozialen Medien, Teilnahme an Kundgebungen oder das Teilen von Artikeln und Hintergrundberichten.
Externe Hintergrundinformationen zu Asbest, Artenschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung bieten unter anderem das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin, der rbb, der Tagesspiegel sowie Fachportale wie Entwicklungsstadt.
Warum dieses Thema Berlin insgesamt betrifft
Die Auseinandersetzung um die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten stoppen zu wollen, ist ein Präzedenzfall für künftige Großprojekte in Berlin. Wenn hier Sprengung mitten in Wohngebieten trotz Asbestvorgeschichte, sensibler Tierwelt und Denkmalschutz durchgesetzt wird, sendet das ein Signal an andere Vorhaben im ganzen Stadtgebiet.
Umgekehrt würde ein Umdenken – hin zu Umbau statt Abriss, konsequentem Gesundheits- und Artenschutz sowie verbindlicher Bürgerbeteiligung – Maßstäbe setzen, von denen alle Berliner Kieze profitieren. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und die Forderung unterstützen, die Jahnsportpark Sprengung der Flutlichtmasten zu stoppen.
https://www.jahnsportpark.de/2026/02/jahnsportpark-sprengung-der-flutlichtmasten-stoppen/