Sportwiese Jahn-Sportpark: Beschämende Senats-Attacke auf eine unverzichtbare Grünfläche
Die Sportwiese Jahn-Sportpark ist weit mehr als nur ein Rasenfeld neben einem Stadion: Sie ist eine der letzten großen, unversiegelten Freiflächen im dicht bebauten Prenzlauer Berg und dient täglich als Sport‑, Spiel‑ und Erholungsort für Schulen, Kitas, Vereine und Anwohnende. Dennoch wird die Sportwiese Jahn-Sportpark von der Berliner Landespolitik zunehmend wie ein bloßes Bauland-Reservoir behandelt, das man zugunsten eines überdimensionierten Stadion- und Inklusionspark-Projekts nach Belieben zurechtschneiden kann.
Mit der aktuellen politischen Offensive gegen die bestehende Nutzung der Sportwiese Jahn-Sportpark verschärft der Senat einen Konflikt, der seit Jahren schwelt: Klimaschutz, Artenschutz, Gesundheitsschutz und sozial gerechte Stadtentwicklung stehen auf dem Spiel. Die Berliner Stadtgesellschaft soll sich offenbar mit einer Zukunft abfinden, in der immer neue Großprojekte Priorität haben – selbst wenn sie nachweislich die Lebensqualität ganzer Quartiere verschlechtern.
Welche Rolle die Sportwiese Jahn-Sportpark für Klima, Artenvielfalt und Gesundheit spielt
Die Sportwiese Jahn-Sportpark bildet zusammen mit dem angrenzenden Mauerpark eine wichtige Frischluftschneise für den Norden der Innenstadt. Unversiegelte Flächen kühlen die Umgebung, speichern Regenwasser, schützen vor Überflutungen und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier‑ und Pflanzenarten. Gerade in Hitzeperioden sind solche Flächen für Kinder, ältere Menschen und alle im Kiez lebenden Menschen unverzichtbar, weil sie Temperaturspitzen abmildern und Erholung im Grünen ermöglichen.
Auch aus artenschutzrechtlicher Sicht ist die Sportwiese Jahn-Sportpark von großer Bedeutung. Bereits in der Vergangenheit hat der Senat beim Umbau des Jahn-Stadions geschützte Bäume und Hecken entfernen lassen, obwohl dort Brut‑ und Lebensräume etwa für Haussperlinge dokumentiert waren. Gerichtsentscheidungen und Kritik von Umweltverbänden zeigen, dass die Belange des Artenschutzes mehrfach nicht ausreichend berücksichtigt wurden – ein Alarmsignal, wenn jetzt erneut über tiefgreifende Eingriffe in das Umfeld der Sportwiese Jahn-Sportpark diskutiert wird.
Senatspläne: Inklusionspark als Feigenblatt – Gefahr für die Sportwiese Jahn-Sportpark
Offiziell will der Senat den Jahn-Sportpark zu einem modernen Inklusionssportpark umbauen und verweist auf Barrierefreiheit, bessere Sportangebote und eine „Aufwertung“ des Areals. In der Praxis bedeutet dies jedoch Abriss, massive Neubebauung, zusätzliche Versiegelung und die Gefahr, dass die Sportwiese Jahn-Sportpark nur noch als Restfläche oder hart regulierte Funktionsfläche übrigbleibt.
Nach den bisher bekannten Planungen soll der Stadionneubau ab 2026 beginnen, während parallel weitere Umgestaltungen im Umfeld vorangetrieben werden. Umweltverbände, die Bürgerinitiative Jahnsportpark und der Bürgerverein Gleimviertel kritisieren seit Langem, dass der Senat dabei die ökologischen und sozialen Funktionen der Sportwiese Jahn-Sportpark systematisch unterschätzt oder ignoriert. Die wiederholten Baumfällungen, das Übergehen artenschutzrechtlicher Vorgaben und die Versuche, Gerichtsurteile zu umgehen, lassen befürchten, dass auch künftig eher gebaut als geschützt werden soll.
Problematisch ist zudem, dass der Begriff „Inklusion“ politisch genutzt wird, um das Großprojekt zu legitimieren. Echte Inklusion würde bedeuten, Barrieren abzubauen, ohne gleichzeitig unverzichtbare Grünflächen wie die Sportwiese Jahn-Sportpark zu zerstören oder zu kommerzialisieren. Wenn aus einer frei zugänglichen Wiese eine hoch technisierte Anlage mit Buchungssystemen, Nutzerbeschränkungen und intensiver Flächennutzung wird, verlieren ausgerechnet diejenigen, die heute spontan Sport treiben, spielen oder sich ausruhen, ihren Platz.
Soziale Dimension: Warum die Sportwiese Jahn-Sportpark für den Kiez unverzichtbar ist
Die Sportwiese Jahn-Sportpark ist eine niedrigschwellige Infrastruktur, die ohne Eintritt, Vereinsmitgliedschaft oder Konsumzwang funktioniert. Schulkinder trainieren hier im Freien, Kitas nutzen die Fläche für Bewegung, Jugendliche treffen sich zum Fußballspielen, Menschen aus dem Kiez joggen, machen Yoga oder nutzen die Wiese einfach zum Ausruhen.
In einer Stadt, in der sowohl Mieten als auch kommerzielle Freizeitangebote stetig teurer werden, sind solche frei zugänglichen Grün‑ und Sportflächen ein wesentlicher Baustein sozialer Gerechtigkeit. Wer die Sportwiese Jahn-Sportpark verkleinert, verschattet, dauerhaft zur Baustellenlogistik nutzt oder stärker reglementiert, verschärft soziale Ungleichheiten und verdrängt Menschen mit geringem Einkommen aus dem öffentlichen Raum.
Das Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung (BBNS) weist seit Jahren darauf hin, dass eine nachhaltige Stadtplanung den Erhalt von Grün- und Sozialflächen, den Schutz der Bäume und eine klimaresiliente Entwicklung ins Zentrum stellen muss. Die Sportwiese Jahn-Sportpark ist ein Paradebeispiel dafür, wie wenig diese Prinzipien in der aktuellen Politik tatsächlich berücksichtigt werden – trotz gegenteiliger Rhetorik.
Bürgerinitiativen und BBNS: Widerstand gegen Kahlschlag und Fehlplanung im Jahn-Sportpark
Mehrere Initiativen engagieren sich für den Erhalt der Sportwiese Jahn-Sportpark und gegen den rücksichtslosen Umbau des gesamten Areals. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark dokumentiert seit Jahren die Entwicklungen vor Ort, klärt über ökologische und soziale Folgen auf und hat bereits juristische Schritte gegen rechtswidrige Maßnahmen des Senats eingeleitet.
Das Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung vernetzt diese lokalen Kämpfe und macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem in der Berliner Stadtentwicklungspolitik. Über 40 Initiativen setzen sich gemeinsam dafür ein, Grün‑ und Sozialflächen zu erhalten, Entsiegelung voranzutreiben, Umbau statt Abriss zu fördern und echte Bürgerbeteiligung durchzusetzen.
Ein wichtiger Erfolg war der gerichtliche Stopp des Abrisses des Jahn-Stadions, der auch als Sieg für den Spatz und den Artenschutz gewertet wurde. Dieser Erfolg zeigt, dass Widerstand wirkt – und dass auch die Sportwiese Jahn-Sportpark verteidigt werden kann, wenn sich genügend Menschen zusammenschließen und Druck auf die Politik ausüben.
Was jetzt passieren muss, um die Sportwiese Jahn-Sportpark zu retten
Damit die Sportwiese Jahn-Sportpark auch in Zukunft ihre Funktionen für Klima, Artenvielfalt und soziale Teilhabe erfüllen kann, sind mehrere konkrete Schritte nötig.
- Rechtlich verbindlicher Schutz der Sportwiese
Die Sportwiese Jahn-Sportpark muss im Planungsrecht als zu erhaltende, unversiegelte Grün- und Sportfläche festgeschrieben werden, auf der keine weiteren baulichen Verdichtungen oder dauerhaften Einschränkungen der Zugänglichkeit zulässig sind. Dazu gehören klare Vorgaben zur Begrenzung technischer Einbauten, zur Vermeidung zusätzlicher Versiegelung und zur Sicherung der öffentlichen Nutzung. - Abrücken vom Abriss‑ und Großneubau-Dogma
Statt auf Abriss und vollständigen Neubau zu setzen, müssen die Sanierung und der behutsame Umbau bestehender Strukturen ernsthaft geprüft und priorisiert werden. Dies spart Ressourcen, schützt das Klima und erhält stadtbildprägende Elemente, ohne die Sportwiese Jahn-Sportpark unter zusätzlichen Druck zu setzen. - Echte Inklusion ohne Flächenopfer
Barrierefreiheit und inklusive Sportangebote können und müssen so umgesetzt werden, dass die Sportwiese Jahn-Sportpark in ihrer Qualität als offene Grünfläche erhalten bleibt. Das bedeutet: möglichst wenig zusätzliche Versiegelung, vielfältige, flexible Nutzungsoptionen und eine Planung, die Menschen mit Behinderungen einbezieht, ohne andere Gruppen zu verdrängen. - Starke Bürgerbeteiligung und Transparenz
Die Entscheidungen über die Zukunft der Sportwiese Jahn-Sportpark dürfen nicht länger in Hinterzimmern oder rein formalen Beteiligungsverfahren vorbereitet werden. Notwendig sind frühzeitige, verbindliche Beteiligungsformate, in denen Anwohnende, Nutzergruppen, Initiativen und Fachleute auf Augenhöhe mitentscheiden. - Vernetzung und Engagement stärken
Wer die Sportwiese Jahn-Sportpark erhalten will, sollte sich mit bestehenden Initiativen vernetzen, Informationsangebote nutzen und politisch aktiv werden. Das Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung bietet hierfür eine Plattform, in der lokale Anliegen sichtbarer werden und gemeinsame Strategien entwickelt werden können.
https://www.jahnsportpark.de/2026/02/beschaemende-senats-attacke-gegen-die-sportwiese/